Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 34 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 7Fedlex · Ergebnisbericht
Fachschule» bezeichnen dürfen. Aus Sicht von kfmv bräuchte es neben der Anerkennung des Bildungsgangs auch eine «institutionellen Akkreditierung light» für die Verwendung des Bezeichnungsrechts.
Von den weiteren interessierten Kreisen begrüssen alle 73 Stellungnehmenden diese neue Regelung. 4 Stellungnehmende schliessen sich der Forderung von SAV und sgv an. 6 weisen darauf hin, dass diese Stärkung der Institution «Höhere Fachschule» nicht zulasten der eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfung gehen dürfe.
4.1.3 Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» (Art. 44a BBG)
18 Kantone unterstützen die vorgeschlagene Lösung für die Einführung von Titelzusätzen für die Abschlüsse der HBB. Die meisten dieser Kantone betonen die Wichtigkeit, dass die Titelzusätze, wie in der Vorlage vorgesehen, nur unter Beibehaltung der heutigen Titel eingeführt werden. Es gelte, damit die Verwässerung der Hochschulabschlüsse zu vermeiden. Weiter fordern mehrere der zustimmenden Kantone mit Blick auf die Umsetzung, dass Kostenfolgen für die Kantone zu vermeiden seien. SG und JU würden der Einführung des Titelzusatzes «Professional Bachelors» zustimmen, wenn dieser den Bildungsgängen HF vorbehalten wäre. VS könnte diesem Kompromiss ebenfalls zustimmen, ist aber sehr kritisch. Der Kanton VD könnte der Einführung der Titelzusätze nur zustimmen, wenn die Titelzusätze einen klaren Hinweis auf die Tertiärstufe B beinhalten würden. 4 Kantone (AI, GE, GL und SZ) lehnen die Einführung grundsätzlich ab. EDK positioniert sich bei dieser Thematik nicht und verweist auf die Stellungnahmen der einzelnen Kantone. GDK lehnt die Einführung für den Gesundheitsbereich ab und fordert eine individuelle Branchenlösung.
Die politischen Parteien unterstützen die Einführung der Titelzusätze grundsätzlich (SP und SVP)
bzw. moderat (FDP). JM Schweiz ist kritisch. SP und SVP würden noch einen Schritt weitergehen und eigenständige Titel einführen (SP nur für die Bildungsgänge HF). FDP betont die Wichtigkeit der Abgrenzung der Titelzusätze zu den Hochschulabschlüssen und der Bewahrung des praxisorientierten Schweizer Berufsbildungssystems.
Mit Ausnahme von SGB unterstützen die Dachverbände der Wirtschaft (kfmv, SAV, sgv und
Travail.Suisse) die Einführung der Titelzusätze. Für Travail.Suisse wäre die Variante der Anknüpfung der Titelzusätze an den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) Berufsbildung auch denkbar gewesen und kfmv hätte diese bevorzugt. Sie unterstützen aber nun die Einführung wie vorgeschlagen. kfmv und SAV wirken auf eine Umkehrung des Titelzusatzes zu «Bachelor Professional / Master Professional» hin mit Verweis auf eine kohärente Umsetzung mit Deutschland und Österreich. SGB könnte nur der Variante mit der Anknüpfung der Titelzusätze an den NQR Berufsbildung zustimmen.
64 Stellungnehmende aus den weiteren interessierten Kreisen unterstützen grundsätzlich die Einführung der Titelzusätze. Davon fordern 32 die Umkehrung der Reihenfolge zu «Bachelor Professional / Master Professional», 18 fordern einen eigenständigen Titel für die Bildungsgänge HF anstelle eines Titelzusatzes. 13 Stellungnehmende können den Titelzusätzen nur zustimmen, wenn es - mindestens für den Gesundheitsbereich -nicht denselben Titelzusatz für die eidgenössischen Berufsprüfungen und die Bildungsgänge HF geben würde.
4 Stellungnehmende nehmen eine neutrale oder kritische Haltung ein. 11 Stellungnehmende lehnen die Titelzusätze ab. Sie argumentieren, dass die Titelzusätze zu Verwirrung führen, die Profilabgrenzung zwischen den Hochschulen und der HBB reduzieren, die Berufsmaturität schwächen und keine Vorteile hinsichtlich der internationalen Vergleichbarkeit bringen würden, da die Situation bzw. die Umsetzung in Deutschland und Österreich anders sei.
4.1.4 Englisch als zusätzliche mögliche Prüfungssprache bei eidgenössischen Prüfungen (Art. 28 Abs. 1bis BBG)
25 Kantone nehmen zu dieser Bestimmung Stellung. 24 stimmen zu. Gleichzeitig hält die Mehrheit der zustimmenden Kantone fest, dass die Landessprachen auch künftig dem Englisch vorgehen müssen. JU lehnt ab.
SVP und JM Schweiz unterstützen diese neue Bestimmung, FDP stimmt zurückhaltend zu.
Alle stellungnehmenden Dachverbände der Wirtschaft stimmen zu.