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Vernehmlassung 2013/59: Änderung der Raumplanungsverordnung (inkl. Technische Richtlinien Bauzonen und Ergänzung des Leitfadens für die kantonale Richtplanung) · 28 Seiten

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Innenentwicklung vermeidet grundsätzlich kostspielige neue Infrastrukturen. Innenentwicklung bedeutet, die inneren Potenziale zu erkennen und als Entwicklungsoptionen für die Zukunft zu nutzen. Dabei soll die Siedlungsentwicklung nach innen so gestaltet werden, dass die zusätzliche Verkehrsnachfrage möglichst durch das bestehende Verkehrssystem aufgenommen werden kann. Innenentwicklung umfasst nicht nur das Überbauen der Baulücken, sondern auch Verdichtungsmassnahmen, welche den Bestand verändern. Erst danach soll die Aussenentwicklung erfolgen,

indem die unüberbauten Parzellen am Rande der Siedlungen, die bereits eingezont sind, überbaut oder gar neue Parzellen eingezont werden. Der Eingriff in bestehende Strukturen stellt eine grosse Herausforderung für die Gemeindeentwicklung und für den Erhalt der Ortsidentität dar. (Text weitgehend übernommen und ergänzt aus Kt. LU: Arbeitshilfe Siedlungsentwicklung nach innen. Januar 2013) Bei Verdichtungsmassnahmen muss deshalb den baukulturell und historisch bedeutsamen Objekten, Ensembles und Quartieren mitsamt ihrer Umgebung wie Gärten und Pärken sowie Gebieten von spezieller archäologischer Bedeutung Rechnung getragen und eine sorgfältige Interessenabwägung vorgenommen werden.

Definition «hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen»:

Mit Hochwertigkeit im Sinne des Artikels 8a Buchstabe c R-RPG ist Siedlungsqualität in einem ganzheitlichen Sinn angesprochen. Darin eingeschlossen sind die gesellschaftlichen Qualitätsbedürfnisse (z. B. erhöhtes objektives und subjektives Sicherheitsempfinden, Wahrung der kulturellen Identität und der eigenen Geschichte,

Grundversorgung in der Nähe), die wirtschaftlichen Anforderungen (z. B. nachhaltige Investitionen, erschwinglicher Wohnraum, tiefe Siedlungskosten) und nicht zuletzt die Umweltqualität (z. B. weniger Lärm, mehr Frei- und Grünräume, die auch zur Integration der Natur in die Siedlung beitragen). Den sich ändernden Rahmenbedingungen und den regional und lokal unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnissen ist Rechnung zu tragen. Zu beachten sind auch die funktionalen Beziehungen innerhalb der Siedlung (kurze Wege), zwischen den Siedlungen (Mobilitätszwang) und von den Siedlungen zu den Naherholungsgebieten, wobei die Schnittstellen einer besonders sorgfältigen Abstimmung bedürfen.

Definition «Siedlungserneuerung»:

Die Siedlungserneuerung widmet sich explizit dem Bestand und zielt auf die Umnutzung von Siedlungsbrachen, die Aufwertung bestehender Wohnquartiere (Anpassung der Wohnungsgrundrisse an neue Bedürfnisse, Wohnumfeldaufwertungen usw.), die Weiterentwicklung von zentral gelegenen und gut erschlossenen Gebieten (Bahnhofgebiete, Entwicklungsschwerpunkte) oder den Erhalt und die Pflege von identitätsstiftenden Siedlungsteilen, bestehend aus Einzeldenkmälern, Baugruppen und Gebieten von historischem Interesse, wie insbesondere historischen Siedlungskernen. Die Aufwertung bestehender Quartiere hat vor allem dann Chancen, wenn sie im Zuge von bereits geplanten Strassen- und Leitungssanierungen oder energetischen Sanierungen erfolgt.

Definition «Verdichtung der Siedlungsfläche»:

Verdichtung der Siedlungsfläche bedeutet die Erhöhung der Ausnützung im mehrheitlich überbauten Gebieten durch Umbau, bauliche Ergänzungen, Umnutzungen sowie Neubebauungen der bestehenden Siedlungsfläche unter Wahrung der bestmöglichen Siedungsqualität. Ziel ist, nicht nur eine bauliche Verdichtung, sondern Wohn- und Lebensraum für mehr Menschen zu schaffen.