Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/39: Änderung der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) · 31 Seiten

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Bericht GV-2018

3.2.2 Öffentlicher Telefondienst mit mehreren Nummern (ersetzt Art. 16, Abs. 2, Bst. b FDV)

3.2.2.1 Dienstbeschreibung

Heute kann man mit einem ISDN-Anschluss (Integrated Services Digital Network) bis zu drei Nummern verwenden. Die fortschreitende Technologie (Migration zu IP) führt dazu, dass die ISDN-Anschlüsse verschwinden werden. Es ist jedoch wünschenswert, dass die Benutzerinnen und Benutzer weiterhin die Möglichkeit haben, über mehrere Nummern zu verfügen. In Zukunft können zusätzlich zur automatisch zugewiesenen Rufnummer zwei weitere Nummern ausgewählt und bis zu zwei Telefonverbindungen gleichzeitig aufgebaut werden.

3.2.2.2 Analyse gemäss Ausschlusskriterien

Der Dienst wird zwar von einem Grossteil der Kleinunternehmen geschätzt und genutzt, ist jedoch nicht schützenswert, da er nicht durch einen Grossteil der Bevölkerung als unentbehrlich betrachtet wird.

Am 31.12.2012 waren 589'096 Basis- und 13'140 Primäranschlüsse ans ISDN-Netz registriert12. Diese Zahlen sind seit 2004 ständig rückläufig. Ende 2014 betrug der Anteil der ISDN-Anschlüsse mit mehreren Verbindungen 12% der gesamten Festnetzanschlüsse (Privat- und Geschäftskunden). Dabei beläuft sich der Anteil der ISDN-Anschlüsse bei den Privatkunden auf 7%, während bei den Geschäftskunden rund 32% der Kundinnen und Kunden einen oder mehrere ISDN-Anschlüsse verwenden13. Die Markdurchdringung des Diensts ist somit nicht besonders hoch.

Anschlüsse mit mehreren Nummern sind bei den meisten Anbieterinnen erhältlich. Dies gilt sowohl für den historischen Anbieter, wie für die Anbieterinnen der Entbündelung des Teilnehmeranschlusses und die Kabelnetzbetreiberinnen. Der Wettbewerb auf der Angebotsseite des Dienstes spielt, insbesondere wenn man die Anbieterinnen berücksichtigt, die bereits die Übertragung über das Internet-Protokoll nutzen. Darüber hinaus ist der Dienst für einen Grossteil seiner potenziellen Benutzerinnen und Benutzer leicht zugänglich.

Es gibt keine echte Alternative zum Dienst. Es ist zwar durchaus vorstellbar, dass jemand über mehrere Mobilfunkanschlüsse verfügt, um über verschiedene Nummern erreichbar zu sein. Dies hätte jedoch eine zu hohe Anzahl Mobilverträge und somit zu hohe Kosten zur Folge.

Da man über mehrere Nummern verfügen kann, ist das Kriterium der Technologieneutralität nicht erfüllt. So existiert der Dienst zwar für die Festnetzanschlüsse, nicht aber für die Mobilfunknetze (eine Nummer pro SIM-Karte).

3.2.2.3 Schlussfolgerungen

Die Verfügbarkeit eines Telefondienstes mit mehreren Nummern ist für einen Grossteil der Bevölkerung nicht unentbehrlich, wird jedoch von den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sehr geschätzt. Der Dienst weist eine relativ niedrige Marktdurchdringung auf und es sind verschiedene, leicht zugängliche Angebote auf dem Markt vorhanden. Dies setzt jedoch einen Festnetzanschluss voraus. Es gibt keine echten Alternativen und die Technologieneutralität ist nicht gegeben. Aus der Analyse gemäss Ausschlusskriterien geht hervor, dass die Mehrheit der Kriterien gegen eine Weiterführung des Dienstes in der Grundversorgung spricht. Gegen die Entfernung des Diensts aus der Grundversorgung spricht hingegen, dass der Dienst von einer gewissen Anzahl KMU, die das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden, geschätzt und genutzt wird.

12Quelle: OFCOM, Amtliche Fernmeldestatistik 2012, 31. März 2014, Tabelle IF1, S. 17.

13Quelle: Am 19.2.2015 von Swisscom bekanntgegebene Zahlen.