Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2018/59: 16.414 Pa.Iv. Graber Konrad. Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes und Erhalt bewährter Arbeitszeitmodelle; 16.423 Pa.Iv. Keller-Sutter. Ausnahme von der Arbeitszeiterfassung für leitende Angestellte und Fachspezialisten · 34 Seiten
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Arthritis, Diabetes und psychische Erkrankungen steigern. Die SGAS anerkennt, dass ein gesellschaftliches Bedürfnis zu bestehen scheine, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, spricht sich aber gleichzeitig gegen sämtliche Änderungen aus, die den Gesundheitsschutz gefährden könnten.
Bei den Berufsverbänden und anderen Institutionen gehen die Meinungen weit auseinander. Während sich die SGI und die Mehrheit des KMUF für die beiden Vorentwürfe aussprechen, stehen diesen die SA und VUA ablehnend gegenüber. Der SIA und UNIMED unterstützen die parlamentarische Initiative Keller-Sutter. FMCH und PLATTFORM begrüssen im Grundsatz eine Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes, bringen diesbezüglich aber mehrere Anliegen an.
Sämtliche Unternehmen, die an der Vernehmlassung teilnahmen, stehen einer Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes positiv gegenüber.12 Während sich dabei die KPMG ausdrücklich für die parlamentarische Initiative Graber ausspricht, unterstützen ROCHE und SYNGENTA die Initiative Keller-Sutter. ROCHE wünscht ausserdem eine gesamthafte Überarbeitung des Arbeitsgesetzes.
5 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.1 Befürworter der Vorlagen
29 Vernehmlassungsteilnehmende13 befürworten die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen vorbehaltlos oder zumindest grösstenteils. Bei den vorgeschlagenen Bestimmungen im Einzelnen werden die verschiedenen Ansichten unter Ziffer 6 detaillierter aufgezeigt. Zur Begründung wird häufig angeführt:
Alle Befürworter der Vorlagen wünschen eine Anpassung an die Bedürfnisse der heutigen Arbeitswelt14. Da immer mehr Mitarbeitende zeitlich und örtlich flexibel arbeiten, werde eine flexiblere Arbeitszeit insbesondere auch von den Arbeitnehmenden gewünscht.15 Die Befürworter sind der Meinung, dass die Vorlagen eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Weiterbildung, Betreuungsaufgaben, Hobbies und dem Beruf ermöglichen.16
Es wird begrüsst, dass im Speziellen die parlamentarische Initiative Graber dem Umstand Rechnung trage, dass sich Arbeitsweise und Bedürfnisse insbesondere im dritten Sektor stark verändert hätten. Dienstleitungen spielten heute eine viel grössere Rolle. Für viele Unternehmen sei es deshalb wichtig, dass sie Spitzenbelastungen abfangen können.17
Weiter wird zum Teil darauf hingewiesen, dass insbesondere der Gesetzesentwurf Graber die Legalisierung von Arbeitsformen ermögliche, die bereits heute in verschiedenen Branchen und Betrieben erfolgreich praktiziert werden.18
Als weitere Begründung wird angeführt, dass im Ausland häufiger flexibel gearbeitet werden dürfe. Es sei notwendig, dass die Schweiz weiterhin mit dem internationalen Wettbewerb mithalten könne.19 Der VSM präzisiert, dass zum Beispiel Medien zeitnah
12 COOP, KPMG, PWC, ROCHE, SYNGENTA.
13 Die Parteien GLP, FDP, SVP sowie ADS, APIAH, ASPS, CCIG, COOP, DSB, EXS, FER, FMCH, GEM, H+, KMUF (Mehrheit), PWC, SAV, SBV, SFF, SGI, SGV, ST, SUISSETEC, SVV, SWICO, SWISSRETAIL, SWS, VSEI, VSM.
14 Insb. FDP, SVP, APIAH, ASPS, CCIG, DSB, FER, GEM, HBS, KMUF, PWC, SAV, SBV, SFF, SGV, SVV, SWICO.
15 ADS, APIAH, CCIG, EXS, FER, PWC, SBV, SGV, ST, SVV, SWICO.
16 FDP, ASPS, CCIG, H+, PWC.
17 FDP, SVP, CCIG, H+, SBV, SGV, ST, VSEI, auch PWC.
18 SVV, auch ADS, APIAH, CCIG, EXS, PWC, ST, SVV, SWICO.
19 ADS, EXS, SAV, SVV, VSM, auch PWC.