Vorlage
Vernehmlassung 2020/66: Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 · 38 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 12Fedlex · Vorlage
zum Konsum und der Entsorgung der Lebensmittel. Bei globalen Krisen haben sich kurze und diversifizierte Kreisläufe als vorteilhaft erwiesen. Darüber hinaus bildet die Ernährung einen wichtigen Gesundheitsfaktor, was weitere Herausforderungen, aber auch Synergiepotenziale mit sich bringt.20
Rund die Hälfte der in der Schweiz konsumierten Nahrungsmittel wird importiert. Diese Arbeitsteilung fördert den Wettbewerb, die Innovation und das allgemeine Wohlstandsniveau in der Schweiz, hat aber auch zur Folge, dass ein grosser Teil der ökologischen und sozialen Auswirkungen der Ernährung im Ausland anfällt.21 Schätzungen zufolge verursacht das Wegwerfen von Lebensmitteln jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen Verluste über die gesamte Nahrungsmittelkette im In- und Ausland. Damit sind 25 % der Umweltbelastung der Ernährung auf vermeidbare Lebensmittelverluste zurückzuführen.22 Die Reduktion von negativen Sozial- und Umweltauswirkungen ist bei der Transformation zu nachhaltigeren Ernährungssystemen23 von zentraler Bedeutung.24
Ziele
- Der Anteil der Bevölkerung, der sich entsprechend den Empfehlungen der Lebensmittelpyramide gesund und ausgewogen ernährt, steigt auf einen Drittel.25 (2.1)
- Die Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf wird halbiert. Die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschliesslich der Nachernteverluste werden substanziell verringert.26 (12.3)
- Der Treibhausgas-Fussabdruck der Endnachfrage nach Nahrungsmitteln pro Person auf Basis der Umweltgesamtrechnung sinkt im Vergleich zu 2020 um einen Viertel.27 (12.2b)
- Der Anteil der Landwirtschaftsbetriebe, deren Produktionsweisen die Vorgaben des ökologischen Leistungsnachweises nachweislich übertreffen, wächst im Vergleich zu 2020 um einen Drittel.28 (2.4)
Nationale strategische Stossrichtungen (a) Eine nachhaltige Ernährung fördern
Der Bund unterstützt im Rahmen seiner Kompetenzen die relevanten Akteurinnen und Akteure dabei, einerseits nachhaltige Nahrungsmittel zu produzieren und über Forschung und Innovation zu entwickeln sowie andererseits eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise, welche die Umweltwirkungen berücksichtigt, für alle attraktiv und zugänglich zu machen. Hierzu unterstützt er unter anderem Informations- und Sensibilisierungsarbeiten für eine nachhaltige Lebensmittelwahl.
(b) Die Lebensmittelabfälle reduzieren
Der Bund fördert Massnahmen zur Reduktion der Lebensmittelverluste über alle Wertschöpfungsstufen bis hin zum Konsum, insbesondere bei Lebensmitteln mit einer hohen Umweltbelastung.
(c) Die Nachhaltigkeit entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette steigern
Der Bund schafft günstige, transparente und effiziente Rahmenbedingungen für nachhaltigere Ernährungssysteme entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Produktion bis nach dem Konsum. Er fördert eine Transition hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen über eine Weiterentwicklung der Agrarpolitik und andere relevante Politikbereiche. Im Bereich der Produktion unterstützt der Bund die Betriebe bei der Transformation hin zu einer in allen Nachhaltigkeitsdimensionen nachhaltigeren Produktionsweise. Zudem prüft er restriktivere Zulassungen von risikobehafteten Einträgen durch die Landwirtschaft in die Umwelt und setzt diese wo nötig um. Er achtet dabei auf eine ökonomisch und sozial verträgliche Ausgestaltung der Massnahmen. Der Bund setzt sich dafür ein, dass die Anwendung des Wissens zur Vermeidung des Ausstosses von Treibhausgasen, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Förderung von Biodiversität bei den relevanten Akteurinnen und Akteuren vorhanden ist. Ausserdem fördert der Bund eine Stärkung der Aus- und Weiterbil-