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Vernehmlassung 2020/66: Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 · 38 Seiten
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Zur langfristigen und nachhaltigen Erhaltung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen sowie zur Erhaltung und Förderung funktionierender und damit für Wirtschaft und Gesellschaft leistungsfähiger Ökosysteme ist die internationale Gemeinschaft vor allem im Umwelt- und Energiebereich sowie hinsichtlich des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel gefordert. Die Schweiz ist dabei insbesondere mit folgenden Herausforderungen konfrontiert:
- Treibhausgasemissionen reduzieren und k limabedingte Auswirk ungen b ewältigen: Die Erreichung der Klimaziele, die sich die Schweiz gesetzt hat, sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bedingen ein zielgerichtetes, rasches, gemeinsames und koordiniertes Engagement aller beteiligten Akteurinnen und Akteure ( 4.2.1).
- Den Energieverbrauch senken, Energie effizienter nutzen und erneuerbare Energien ausbauen: Innovationen, Investitionen, Lenkungsabgaben und Anreize sollen zu einer Reduktion des Energieverbrauchs und zu einer sicheren, nachhaltigen und möglichs t emissionsfreien Energieproduktion in der Schweiz beitragen ( 4.2.2).
- Biologische Vielfalt erhalten, nachhaltig nutzen, fördern und wiederherstellen: Der Wohlstand und das Wohlergehen in der Schweiz werden gefördert, indem die Funktionalität ihrer Ökosysteme und allgemein die biologische und landschaftliche Vielfalt erhalten, geschützt, gefördert und nachhaltig genutzt werden ( 4.2.3).
Von Bedeutung ist der transparente Umgang mit Zielkonflikten. Diese erwachsen aus den Ansprüchen von Gesellschaft und Wirtschaft an die Umwelt, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität.34 In diesem Schwerpunktthema betrifft dies unter anderem die Vereinbarkeit von Umwelt- und Naturschutz, einer klimaresilienten und hochwertigen Siedlungsentwicklung, wirtschaftlichem Wachstum und einer sozial gerechten Ausgestaltung der Regulierung. Dabei geht es im Rahmen der Gesetzgebung um die Abwägung zwischen Kosten und Nutzen.
4.2.1 Treibhausgasemissionen reduzieren und klimabedingte Auswirkungen bewältigen
Das Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf maximal 1,5°C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, kann nur erreicht werden, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null reduziert werden.35 Dazu braucht es eine rasche und deutliche Reduktion der Emissionen.
Zur Reduktion von Treibhausgasemissionen ist die Schweiz insbesondere in den Bereichen Verkehr, Gebäude, Industrie, Energie und Landwirtschaft gefordert. Rund zwei Drittel des Treibhausgasfussabdrucks der Schweiz fallen im Ausland an. Eine gute Abstimmung zwischen den relevanten Politikbereichen ist unumgänglich. Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sollten möglichst dem Verursacherprinzip gerecht werden und zur Internalisierung externer Kosten beitragen.
Bereits heute sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Langfristige und systematische Klimabeobachtungen zeigen, dass sich die Schweiz im Vergleich mit der Durchschnittstemperatur der vorindustriellen Referenzperiode von 1871-1900 bis heute um knapp 2°C erwärmt hat. Das ist mehr als das Doppelte der durchschnittlichen globalen Erwärmung von 0,8°C.36 Die Klimaszenarien
CH201837 zeigen auf, dass mit dem ungebremsten Klimawandel die Häufigkeit und die Intensität von Hitzewellen, Trockenheit, Starkniederschlägen, Hochwasser, Hangrutschungen und schneearme Winter weiter zunehmen werden. Vorhersehbare negative Folgen sind unter anderem Todesfälle durch Hitzewellen, gesundheitliche Beeinträchtigungen – unter anderem in Form von Epidemien oder erhöhten Risikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten - Ernteausfälle, Waldschäden sowie die Ausbreitung von Schadorganismen. Auch Siedlungen und Infrastrukturen sind vom Klimawandel betroffen, mit negativen Folgen sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft und die Umwelt. Um diese negativen Folgen zu mindern, ist eine Anpassung an die Konsequenzen des Klimawandels und eine Erhöhung der Resilienz erforderlich.