Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/1: Änderung der Liquiditätsverordnung (LiqV) · 32 Seiten

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Erläuternder Bericht zur

Änderung der Liquiditätsverordnung

FINMA dabei helfen, Liquiditätsrisikotrends sowohl bei den einzelnen Banken als auch im System zu erkennen und zu analysieren.

Artikel 18b

Neu werden die Aufgaben der Prüfgesellschaften betreffend die Einhaltung der qualitativen Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement, der Erfüllung der quantitativen Anforderungen an LCR und NSFR, die Korrektheit des Liquiditätsnachweises, des Finanzierungsnachweises und der Beobachtungskennzahlen in einem einzigen Artikel geregelt. Der neue Art. 18b entspricht inhaltlich den bisherigen Art. 4, 11 und 17f. Hinzu kommt neu, dass die Prüfgesellschaften bestätigen müssen, ob auch die Anforderungen an die NSFR erfüllt werden.

Besondere Bestimmungen für systemrelevante Banken

Artikel 25 Abs. 2

Vgl. vorne Ziff. 2.1.

Artikel 28a

Die FINMA führt im Rahmen der Erhebung von Beobachtungskennzahlen seit 2014 bei allen systemrelevanten Banken eine Berichterstattung zur Innertagesliquidität durch. Diese Berichterstattung soll auf die systemrelevanten Banken beschränkt bleiben.

3 Auswirkungen (Regulierungsfolgenabschätzung, RFA)

Einleitung

Die NSFR ist eine im Zuge des Basel III-Standards eingeführte, neue Mindestanforderung an Banken und soll über den Zeitraum von einem Jahr für eine stabile Finanzierung einer Bank sorgen.25 Sie ist eine Ergänzung zur kurzfristigen, auf 30 Tage ausgerichteten Liquiditätshaltung (LCR) sowie zu den bestehenden Regulierungen im Bereich der Eigenmittel und setzt explizite Anforderungen an beide Seiten der Bankbilanz (Aktiva und Passiva). Als stabil gilt eine Finanzierung dann, wenn die mit bestimmten Gewichtungsfaktoren multiplizierten Passiva einer Bank (Verbindlichkeiten plus Eigenmittel) insgesamt mindestens gleich gross sind wie die mit anderen Gewichtungsfaktoren multiplizierten Aktiva und Ausserbilanzpositionen einer Bank.26

Es ist jeder Bank überlassen, welchen Massnahmenmix sie unternimmt, um diese Mindestanforderung jederzeit einhalten zu können. Nachfolgend werden zur Illustration mögliche Strategien aufgezeigt, die eine Bank wählen kann, wenn sie ihre NSFR erhöhen will. Im Juni 2016 erreichte eine überwiegende Mehrheit der Schweizer Banken bereits eine NSFR von über 1. Daher sind gegenwärtig bei den Schweizer Banken nur geringe Anpassungen nötig. Strategien zur Erhöhung der NSFR können jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt bei steigender erforderlicher stabiler Finanzierung (Required Stable Funding, RSF) oder bei sinkender verfügbarer stabiler Finanzierung (Available Stable Funding, ASF) relevant werden.

25 𝐴𝑣𝑎𝑖𝑙𝑎𝑏𝑙𝑒 𝑆𝑡𝑎𝑏𝑙𝑒 𝐹𝑢𝑛𝑑𝑖𝑛𝑔 (𝐴𝑆𝐹) Die NSFR ist definiert als , wobei die ASF die gewichtete Passivseite einer Bankbi- 𝑅𝑒𝑞𝑢𝑖𝑟𝑒𝑑 𝑆𝑡𝑎𝑏𝑙𝑒 𝐹𝑢𝑛𝑑𝑖𝑛𝑔 (𝑅𝑆𝐹) lanz darstellt und die RSF die gewichtete Aktivseite. Die Gewichtungsfaktoren liegen je nach Bedeutung der Bilanzposition für die Stabilität einer Bank zwischen 0 und 1.

26 Die RSF- bzw. ASF-Gewichtungsfaktoren richten sich nach der faktischen Laufzeit, der Liquidität der entsprechenden Bilanzposition sowie der Gegenpartei. Es gilt der Grundsatz, je illiquider eine Aktivposition, desto stabiler muss die Refinanzierung sein.