Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/126: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG): Stärkung der höheren Berufsbildung · 34 Seiten
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Abbildung 5: Anteil kantonaler Beitrag an den totalen Kurskosten34
3 Beantragte Neuregelung
Im Februar 2013 hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt ein Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung auszuarbeiten. Darunter fällt als Teilprojekt des Strategieprojekts höhere Berufsbildung auch die Finanzierung. Wie ein Modell für die Finanzierung der vorbereitenden Kurse durch die öffentliche Hand aussehen könnte, ist Gegenstand bereits mehrjähriger Diskussionen unter Beteiligung des Bundes, der Kantone und der Spitzen der Verbundpartner, in denen nach Lösungen einer öffentliche Finanzierung im Bereich der höheren Berufsbildung und insbesondere der vorbereitende Kurse gesucht wurde. Diese Vorarbeiten bildeten den Ausgangspunkt für die Festlegung des neuen Finanzierungssystems.
Zielsetzungen
Die Finanzierung der höheren Berufsbildung wird von privater und öffentlicher Seite getragen. Studierende und Arbeitgeber sind massgeblich beteiligt. Die öffentliche Hand engagiert sich sowohl bei der Finanzierung der eidgenössischen Prüfungen als auch in vermehrtem Masse bei der Finanzierung der höheren Fachschulen. Die berufsbegleitend organisierte Seite der höheren Berufsbildung, die eidgenössischen Prüfungen und die damit einhergehenden vorbereitenden Kurse, beruht finanziell zu grossen Teilen auf einer starken Beteiligung der Wirtschaft und der Absolvierenden. Dagegen ist das „schulische System“ auf der Tertiärstufe (Hochschulbereich und höhere Fachschulen) in grösserem Ausmass öffentlich finanziert. Auf Ebene der Absolvierenden äussert sich dies in einer höheren finanziellen Belastung.35 Ein neues Finanzierungssystem für die vorbereitenden Kurse auf eidgenössische Prüfungen soll hier korrigierend ansetzen. Ziel ist, dass die direkte finanzielle Belastung der Absolvierenden von eidgenössischen Prüfungen im Quervergleich mit den übrigen Abschlüssen der Tertiärstufe vergleichbar wird.
Eine weitergehende staatliche Finanzierung der höheren Berufsbildung soll jedoch die für die Selektion und damit die Rentabilität wichtigen Arbeitgeberbeiträge nicht verdrängen. Es braucht ein abgestimmtes Nebeneinander von privaten Beiträgen, Arbeitgeberbeiträgen und öffentlichen Mitteln. Die Unterstützung seitens der Arbeitgeber ist zudem ein Element der Personalentwicklung und –politik. Das ausgeprägte Engagement der Wirtschaft in der höheren Berufsbildung gilt es auch bei einem
34 Abbildung aus: EHB (2014a). Subjektorientierte Finanzierung der Vorbereitungskurse in der höheren Berufsbildung. Eine ökonomische Analyse zu Ausgangslage, Marktstruktur und Auswirkungen, S. 30.
35 Vgl. Econcept (2010): Gemäss der Befragung der Kandidierenden der eidgenössischen Prüfungen 2010 betragen die durchschnittlichen Gebühren für einen vorbereitenden Kurs bei den Berufsprüfungen etwa CHF 9’000. Bei den höheren Fachprüfungen liegen sie bei CHF 13’000. Für das Material kommen bei den Berufsprüfungen ca. CHF 1’000, bei den höheren Fachprüfungen CHF 1’700 hinzu. 316/2013/01832 \ COO.2101.108.2.1056712 13/34