Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2014/126: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG): Stärkung der höheren Berufsbildung · 34 Seiten

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Zur Stärkung der höheren Berufsbildung hat der Bund 2013 ein Strategieprojekt lanciert, in welchem Lösungsansätze gemeinsam mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt diskutiert und entwickelt werden. Das Projekt setzt sich aus den drei Teilprojekten Finanzierung, Positionierung und Grundlagen zusammen. Im Teilprojekt Positionierung wurden Massnahmen zu einer besseren nationalen und internationalen Positionierung der Abschlüsse der höheren Berufsbildung erarbeitet. Hierbei ist namentlich die vom Bundesrat per 1. Oktober 2014 in Kraft gesetzte Verordnung über den nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung zu erwähnen. Diese schafft die Grundlage für die Einstufung aller formalen Berufsbildungsabschlüsse in einen nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung (NQR Berufsbildung) sowie für die Erarbeitung von Zeugniserläuterungen und Diplomzusätzen. Damit wird die Transparenz, Verständlichkeit und Vergleichbarkeit von Schweizer Abschlüssen der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung national und international verbessert. Im Teilprojekt Grundlagen sind Massnahmen vorgesehen, um das heute teilweise fehlende Steuerungswissen in der höheren Berufsbildung durch bessere statistische Grundlagen zu erweitern. In der vorliegenden Vernehmlassungsvorlage wird als Resultat des Teilprojekts Finanzierung eine neue Bundesfinanzierung zu Gunsten der Kandidierenden von eidgenössischen Prüfungen der höheren Berufsbildung unterbreitet.

1.1 Bedeutung der höheren Berufsbildung

In einer Zeit ständig wachsender Anforderungen ermöglicht die höhere Berufsbildung vertiefte und erweiterte Qualifikationen, ohne dass – wie international üblich – der Hochschulbereich belastet wird. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt setzen sich gemeinsam für eine qualitativ hochstehende Berufsbildung ein. Der starke Einbezug der Organisationen der Arbeitswelt ist eine zentrale Voraussetzung für die Ausrichtung der Prüfungen und Bildungsangebote auf den Arbeitsmarkt. Die Anzahl an Angeboten der höheren Berufsbildung spiegelt die vielfältigen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes an Spezialisierungen der Arbeitnehmenden wider.

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Zurzeit gibt es rund 240 Berufsprüfungen und 170 höhere Fachprüfungen. Aktuell werden 50 neue eidgenössische Prüfungen ausgearbeitet. Die rund 450 Bildungsgänge an höheren Fachschulen sind auf 8 Bereiche mit 55 Fachrichtungen aufgeteilt, davon ist ungefähr die Hälfte bereits neurechtlich

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anerkannt oder befindet sich aktuell im Anerkennungsverfahren. Jährlich werden rund 17‘000 Abschlüsse von eidgenössischen Prüfungen und über 7‘500 eidgenössisch anerkannte Abschlüsse der

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höheren Fachschulen gezählt. Rund 15 Prozent der erwerbstätigen Personen in der Schweizer Wirtschaft haben einen Abschluss der höheren Berufsbildung (eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen, eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge der höheren Fachschulen; siehe Abbildung 2). Sie sind sowohl in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als auch in Grossunternehmen beschäftigt und weisen eine hohe Erwerbsquote auf.

3 Vgl. Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. Höhere Berufsbildung – Berufsverzeichnis. URL: http://www.sbfi.admin.ch/bvz/hbb/index.html?lang=de [Stand 30.09.2014].

4 Vgl. Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. Übersicht Bildungsgänge HF nach Kantonen. URL: http://www.sbfi.admin.ch/berufsbildung/01472/01487/index.html?lang=de [Stand: 26.09.2014].

5 Vgl. Bundesamt für Statistik (2013). Tertiärstufe: Höhere Berufsbildung – Übersichtstabellen. URL: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/05/key/blank/uebersicht.html [Stand: 26.09.2014] 316/2013/01832 \ COO.2101.108.2.1056712 4/34