Erlauterungsbericht
Vernehmlassung 2014/99: Bundesbeschluss über die zweite Etappe der Strommarktöffnung · 31 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 25Fedlex · Erläuternder Bericht
• Bei Strompreiserhöhungen profitieren die Erzeuger. Einbussen sind
hingegen bei den Haushalten und der übrigen Wirtschaft zu erwarten, wenn die Preise steigen. Gesamtwirtschaftlich überwiegen aber die positiven Effekte für die Erzeuger.
• Bei Strompreissenkungen profitieren die Haushalte und die anderen
kleinen Endverbraucherinnen und Endverbraucher sowie die Grosskunden, die bislang in der Grundversorgung verblieben sind, während Stromproduzenten Einbussen erzielen. Auch in diesem Falle ergeben sich positive gesamtwirtschaftliche Effekte.
• Regionale Preisdifferenzen in der Schweiz werden sich bei einem ein-
setzenden Wettbewerb verringern.
• Qualitativ gesehen sind positive dynamische Effekte innerhalb der
Strombranche zu erwarten, insofern sich unter Wettbewerb neue kundenspezifische Angebote heraus bilden werden und der Effizienzdruck in der Beschaffung allgemein steigt. Zugleich fallen bei Umsetzung der vollen Marktöffnung gewisse einmalige Anpassungskosten bei den Stromunternehmen an.
• Für einen Übergang zu einem Marktmodell liegen derzeit aus End-
verbrauchersicht günstige Bedingungen vor (Wechselkurse CHF-Euro, tendenziell sinkende Marktpreise).
3.2.2 Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung, Wohlfahrt und Aussenhandel
Ob die kleineren Kundinnen und Kunden in den Markt wechseln, hängt wesentlich von der Höhe des angemessenen Tarifs in der Grundversorgung ab. Hinzu kommt in der Praxis eine gewisse Trägheit der Endverbraucherinnen und Endverbraucher beim Lieferantwechsel, die nicht eindeutig modellierbar ist. Eine wichtige Voraussetzung für einen funktionierenden Wettbewerb ist, dass die Kundinnen und Kunden einfach und zu geringen Kosten wechseln können und neue Lieferanten einen diskriminierungsfreien Netzzugang erhalten.
Um den Einfluss liberalisierungsbedingter Preisanstiege oder Preissenkungen auf die Volkswirtschaft abzuschätzen, wurde modelliert, dass die Energiepreise um bis zu 10 Prozent steigen (Szenario 1) oder bis zu 10 Prozent fallen (Szenario 2), wenn sie sich an das Preisniveau in der EU anpassen. Dies impliziert eine ungefähre Veränderung der Endverbraucherpreise um bis zu +/- 5 Prozent, unter der Annahme, dass sich die Endkosten für die Stromkonsumentinnen und Stromkonsumenten etwa hälftig auf die Energiebeschaffung bzw. Netze aufteilen.
Bei den durch eine volle Marktöffnung möglichen Preiseffekten erhöht sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in beiden Fällen leicht. Dies hat auch leicht positive Auswirkungen auf die Wohlfahrt von Haushalten und Industrie (in einer gemeinsamen Betrachtung).
Bei möglichen Preiserhöhungen verändern sich der Konsum und die Beschäftigung kaum. Bei möglichen Preissenkungen steigen die Ex- und Im-