Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2012/129: Änderung des Gentechnikgesetzes (Berücksichtigung der Ergebnisse des NFP 59 und GVO-freie Gebiete) und Koexistenzverordnung · 38 Seiten
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Kosten und Aufwand
Die Einführung der Koexistenz und insbesondere die Trennung der Warenflüsse wird als aufwändig und teuer eingeschätzt (UFA, fenaco, GPS, VSKP, VKGS, SGPV, AR, NE, SH, SG, Bioterra, die SP, Prométerre, EVP, Centre Patronal, SKEK, FER, sgv, SVZ, ZAF). Pro Natura, Greenpeace und Bioforum gehen davon aus, dass die Kosten, welche durch die Trennung der Warenflüsse aufgrund der Koexistenz entstehen, sich auf die gesamte Produktion niederschlagen werden. Deshalb könnten landwirtschaftliche Produkte insgesamt teurer werden. Der Schweizer Obstverband, SWBV, swisscleantech, AGORA und die AGVEI befürchten, dass die durch die Koexistenz anfallenden Kosten durch alle Produzenten - auch jene, die ohne GVO produzieren - getragen werden müssten und dass sie nicht auf die Konsumenten abgewälzt werden könnten. TI hält fest, dass alle Kosten, die durch den GVO-Anbau anfallen, gemäss dem Verursacherprinzip von denjenigen getragen werden müssen, die GVO anbauen. Der sgv befürchtet, dass für die Trennung der Warenflüsse hohe Investitionen notwendig sind und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz darunter leiden könnte. Obwohl sie die Koexistenz explizit begrüsst, findet auch die FDP, dass die Auflagen der Koexistenz-Verordnung einen GVO-Anbau teuer machen. apisuisse befürchtet hohe Kosten für die Imker, falls in ihrer Umgebung GVO angebaut würden; insbesondere um nachzuweisen, dass ihre Produktion GVO-frei ist. Bergheimat findet inakzeptabel, dass die Landwirte, welche auf den Anbau von GVO verzichten, die Kosten der Koexistenz tragen müssten. Auch Bio Suisse, GPS und die Coop gehen davon aus, dass der Bioproduktionssektor aufgrund der Koexistenz mit erhöhten Kosten, beispielsweise wegen Verunreinigungen, zu rechnen hat.
Swisspatat, AGORA, Greenpeace und Bioforum befürchten wegen der Koexistenz einen hohen zusätzlichen administrativen Aufwand.
Gefährdung der Bioproduktion und der Produktion ohne GVO
SAG, ACSI, Sativa Rheinau, Gen Au, Bio ZH & SH, Uniterre, FRC, SKS, SP, Écologie libérale und StopOGM befürchten, dass eine schleichende Kontamination der GVO-freien Produktion (darunter auch der Bio-Produktion) durch GVO erfolgen könnte. Dies gefährde sowohl die Produktion ohne GVO als auch die Wahlfreiheit der Konsumenten. Der Basler Appell ist ebenfalls der Meinung, der GVO-Anbau und das Auftreten von Verunreinigungen würde Bio-, IP-SUISSE und Suisse Garantie Produzenten Probleme bringen.
Bio Suisse, Coop, GPS und VIER PFOTEN geben an, der Biosektor würde durch die Einführung von GVO-Produkten Nachteile erleiden, da Verunreinigungen zu erwarten seien. Das BBK befürchtet, dass die Existenz von Bauernbetrieben gefährdet werde, wenn in deren Umgebung GVO angebaut werden.
Blick ins Ausland
Des Öfteren wird auf die Situation in Europa verwiesen. AGORA und CJA sind der Meinung, dass es angesichts der gespaltenen Haltung Europas in Bezug auf GVO heute verfrüht sei, in diesem Bereich zu legiferieren. Auch aus dem Blickwinkel der ZAF drängt sich eine Neubeurteilung der Situation erst dann auf, wenn in der EU gentechnisch veränderte Rüben angebaut werden.
Eine Privatperson weist darauf hin, dass es in GVO-Pionier-Ländern zu massiven Problemen durch „die forcierte Koexistenz“ gekommen sei. Gemäss SWISSAID ist in Indien und Kolumbien die Koexistenz gescheitert. Die Schweiz solle als Beispiel auf internationaler Ebene auf den Einsatz von GVO verzichten.