Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 36 Seiten
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Eidgenössische Berufsprüfungen (BP) mit eidgenössischem Fachausweis (EFA) ermöglichen Berufsleuten eine fachliche Vertiefung und Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung oder einem anderen Abschluss der Sekundarstufe II. Die eidgenössischen höheren Fachprüfungen (HFP) mit eidgenössischem Diplom (ED) verfolgen zwei Ziele: Zum einen qualifizieren sie Berufsleute als Expertinnen und Experten in ihrem Berufsfeld. Zum anderen bereiten sie die Absolvierenden auf das Leiten eines Unternehmens vor. Existiert in einem Berufsfeld sowohl eine BP als auch eine HFP ist der eidgenössische Fachausweis der Berufsprüfung in der Regel eine Zulassungsbedingung für die höhere Fachprüfung. Insgesamt gibt es rund 280 Berufs- und 170 höhere Fachprüfungen. Die Vorbereitung auf eidgenössische Prüfungen erfolgt grundsätzlich berufsbegleitend. Die vorbereitenden Kurse gehören zum Weiterbildungsmarkt und sind entsprechend nicht reglementiert.
Stellenwert der höheren Berufsbildung
Mit der höheren Berufsbildung verfügt die Schweiz über ein einmaliges Instrument der beruflichen Weiterqualifizierung auf Tertiärstufe. Sie bietet Personen mit Berufsabschluss und Berufserfahrung die Möglichkeit, ihre praktischen Fähigkeiten mit theoretischen Fachkenntnissen zu verbinden und dadurch Führungs- und Fachverantwortung zu übernehmen.
Die meisten HBB-Absolvierenden wählen zuerst den Weg über den Arbeitsmarkt. Sie bringen dadurch bereits mehrere Jahre Berufserfahrung mit, bevor sie ihre Ausbildung abschliessen. Die Abschlüsse der höheren Berufsbildung sind unmittelbar auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet und können sich flexibel nach dessen Bedürfnissen ausrichten. Sie werden grossmehrheitlich berufsbegleitend absolviert, das heisst, die Fachkräfte werden während ihrer Ausbildung nicht dem Arbeitsmarkt entzogen. Die höhere Berufsbildung ist für die Wirtschaft und den Staat eine lohnende Investition. Mit insgesamt über 500 unterschiedlichen Abschlüssen können die Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung passgenaue, von der Wirtschaft geforderte Kompetenzen erwerben und sich diese attestieren lassen. HBB-Absolvierende sind entsprechend gefragte Fach- und Führungskräfte, insbesondere bei den KMU. Dies zeigt sich auch in ihrem Arbeitsmarktstatus: Unabhängig vom Abschluss auf Sekundarstufe II haben Absolvierende der höheren Berufsbildung das tiefste Risiko, arbeitslos zu werden. Sie weisen zugleich die höchste Erwerbsquote auf (siehe Abbildung 2).4 Auch beim Lohn und den Karrieremöglichkeiten geben über die Hälfte der Absolvierenden an, dass es bereits ein Jahr nach Abschluss einen positiven Effekt gibt. Entsprechend ist auch die Zufriedenheit der Absolvierenden hoch: Zwischen 85 und 90 Prozent würden nochmals die gleiche Ausbildung wählen.5
Abbildung 2: Arbeitsmarktstatus 2003 –2022
Quelle: BFS, 2023
4 Arbeitsmarktstatus | Bundesamt für Statistik (admin.ch)
5 Die Ausbildungssituation der Kandidatinnen und Kandidaten der höheren Berufsbildung – Ergebnisse der Erhebung zur höheren Berufsbildung 2021 | Publikation | Bundesamt für Statistik (admin.ch)