Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 36 Seiten

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die Arbeitsmarktorientierung als wichtigstes Merkmal hochgehalten werden muss und künftige Massnahmen diese nicht gefährden dürfen. Die Abgrenzung zu den Hochschulen und ihren Angeboten ist ebenfalls weiterhin sicherzustellen. Entsprechend sind Massnahmen zu treffen, welche die Vorzüge der höheren Berufsbildung besser betonen, ohne das System zu verändern. Weiter sollen die Voraussetzungen bei der Ausgestaltung des Aus- und Weiterbildungsangebots innerhalb des Tertiärbereichs (Hochschulen, höhere Berufsbildung) angeglichen werden.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel zielt die Gesetzesvorlage darauf ab, das vorhandene Potential der erwerbstätigen Bevölkerung, einen Abschluss auf Tertiärstufe zu erlangen, besser auszuschöpfen.

Längerfristig zielt die Gesetzesvorlage auch auf eine Stärkung der beruflichen Grundbildung. Diese profitiert von einer attraktiven höheren Berufsbildung, die in der Gesellschaft bekannt ist. Es ist zentral, dass bereits beim Bildungsentscheid auf Sekundarstufe I den Jugendlichen und deren Eltern bewusst ist, dass im Anschluss an eine berufliche Grundbildung auch ohne (Berufs-)Maturität eine Höherqualifizierung auf Tertiärstufe möglich ist, verbunden mit attraktiven Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten.

1.4 Handlungsbedarf und Ziele der einzelnen Massnahmen

Stärkung der Institution «Höhere Fachschule»: Bezeichnungsrecht

Bei den höheren Fachschulen werden die Bildungsgänge HF eidgenössisch anerkannt, die Bildungsanbieter jedoch nicht. Gemäss aktueller Rechtslage ist der Begriff «Höhere Fachschule» nicht geschützt. Der Begriff kann somit auch von Bildungsanbietern ohne eidgenössisch anerkannten Bildungsgang verwendet werden.

Die Arbeiten im Projekt haben gezeigt, dass «die» höhere Fachschule nicht existiert. Im Gegensatz zum Hochschulbereich mit einer klar überschaubaren Anzahl an Institutionen mit klarem Profil, sind bei den höheren Fachschulen über 170 Anbieter aktiv mit unterschiedlichem Angebot und von unterschiedlicher Grösse (siehe Abbildung 4).24 Viele Bildungsanbieter führen nicht nur Bildungsgänge HF, sondern auch weitere formale und nicht-formale Angebote, zum Beispiel vorbereitende Kurse auf eidgenössische Prüfungen, Zertifikatskurse oder Angebote der beruflichen Grundbildung. Diese heterogene Anbieterstruktur ermöglicht die Abstimmung der Angebote auf die Bedürfnisse der jeweiligen Branchen sowie eine regionale Ausrichtung der höheren Fachschulen. Gleichzeitig erschwert dies, die Bedeutung und Positionierung der höheren Fachschulen gegenüber Aussenstehenden und der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Abbildung 4: Regionale Verteilung Bildungsanbieter HF

Quelle: BSS – Strukturelle Merkmale des HF-Systems, 2021

24 BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG (2021): Strukturelle Merkmale des HF-Systems. Bericht Teil 1