Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 36 Seiten

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die Bezeichnungen «Professional Bachelor» oder «Professional Master» als neue Titel anstatt als Titelzusätze einführen würden, rasch verworfen.

1) Drei unterschiedliche, gestufte Titelzusätze für die drei Abschlusstypen

Diese Variante bezieht sich auf die Einführung von drei aufeinander aufbauenden Titelzusätzen für die Abschlüsse der höheren Berufsbildung: die Vergabe des «Professional Bachelor» für das Diplom HF, die Vergabe des «Professional Master» für die höhere Fachprüfung sowie die Vergabe eines neu zu definierenden Titelzusatzes für die Berufsprüfung.

Aus den folgenden Gründen wurde von der weiteren Ausarbeitung dieser Variante jedoch abgesehen:

• Hierarchische Stufung entspricht nicht dem Charakter der höheren Berufsbildung: Die HBB besteht

nicht aus drei aufeinander aufbauenden Abschlüssen, sondern aus den bildungssystemisch voneinander unabhängigen eidgenössischen Prüfungen (Berufs- und höheren Fachprüfungen) einerseits und den schulischen Bildungsgängen HF andererseits. Die Abschlüsse sind folglich in den Branchen nicht zwingend in derselben Reihenfolge angeordnet oder allesamt vertreten. Entsprechend durchlaufen die Absolvierenden (in der Regel) nicht alle drei Abschlüsse.

• Keine Lösung für die gesamte höhere Berufsbildung: Für die eidgenössischen Berufsprüfung würde

ein attraktiver Titelzusatz, der die Tertiarität der Abschlüsse ausdrückt fehlen. Dies würde eine wesentliche Schwächung der Berufsprüfungen – dem HBB-Abschlusstyp mit der höchsten Zahl an Absolvierenden – darstellen. Dies steht dem Ziel der Stärkung der gesamten höheren Berufsbildung klar entgegen.

• Eingriff in die Bottom-up-Steuerung: Es würde ein grosser Anreiz für die Organisationen der Arbeits-

welt geschaffen, anstatt auf eine Berufsprüfungen neu auf einen Bildungsgang HF zu setzen. Damit könnte die Wahl der Abschlüsse nicht mehr aufgrund der Bedürfnisse des Arbeitsmarkts erfolgen, sondern aufgrund von Überlegungen zum Titelzusatz.

2) Verzicht auf die Vergabe des Titelzusatzes «Professional Master»

Weiter wurde der Verzicht auf die Vergabe des «Professional Master» geprüft, z. B. in Form der Vergabe des «Professional Bachelor» für das Diplom HF und für die höhere Fachprüfung sowie eines zu definierenden Titelzusatzes für die Berufsprüfung.

Die Verfolgung der Variante wurde aus den folgenden Gründen ebenfalls frühzeitig ausgeschlossen:

• Keine Lösung für die gesamte höhere Berufsbildung: Auch bei dieser Variante würde der fehlende

attraktive Titelzusatz «Professional Master» für die Berufsbildung zu einer wesentlichen Schwächung der Berufsprüfungen führen. Damit würde die Stärkung der gesamten HBB verfehlt.

• Eingriff in die Bottom-up-Steuerung: analog zur Variante von drei Titelzusätzen für die HBB-Ab-

schlüsse (siehe oben).

• Anders als in Deutschland und Österreich gäbe es in der Schweiz keinen «Professional Master».

3) Unterschiedliche Titelzusätze pro Abschlusstyp für individuelle Branchenlösungen

Das SBFI hat auch Varianten geprüft, welche individuelle Lösungen pro Branche für die Titelzusätze ermöglichen würden. Es wären somit innerhalb eines Abschlusstyps unterschiedliche Titelzusätze möglich. Dies vor dem Hintergrund, dass teilweise Unterschiede bei der Anordnung und Einstufung der HBB-Abschlüsse zwischen den Branchen bestehen, wie sich auch in der variierenden Einstufung im NQR-BB zeigt. Konkret geprüft wurden die Varianten:

a) freie Entscheidung über die Vergabe der Titelzusätze pro Abschluss durch die Branchen; b) Anknüpfung der Vergabe der Titelzusätze an die Einstufung des jeweiligen Abschlusses im NQR-Berufsbildung.