Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 36 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 6Fedlex · Erläuternder Bericht
schulen stärken» (18.3240) von alt Ständerätin Anita Fetz wurde im Jahr 2018 eine bessere Positionierung der höheren Fachschulen und ihrer Abschlüsse gefordert. Der Bundesrat hat die Annahme der Motion 18.3392 der WBK-N beantragt.
Die seit 2019 erfolgten umfangreichen Abklärungen und Diskussionen unter den Verbundpartnern der Berufsbildung – Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt – zeigen klar, dass Handlungsbedarf für eine bessere Positionierung der höheren Fachschulen besteht. Es herrscht in der Verbundpartnerschaft der Berufsbildung zudem ein ebenso breiter Konsens darüber, dass Lösungsansätze die gesamte höhere Berufsbildung – d. h. auch die eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen – berücksichtigen müssen.
1.1 Die höhere Berufsbildung
Seit Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2004 zählt die höhere Berufsbildung zusammen mit den Hochschulen zur Tertiärstufe des Bildungssystems (siehe Abbildung 1). Sie umfasst zum einen die eidgenössisch anerkannten Bildungsgänge an höheren Fachschulen und zum andern die eidgenössischen Berufsprüfungen und eidgenössischen höheren Fachprüfungen.
Abbildung1: Bildungssystem der Schweiz
Quelle: SBFI, 2023
Angebote der höheren Berufsbildung
Eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge an höheren Fachschulen vermitteln Absolvierenden der Sekundarstufe II Fach- und Führungskompetenzen in einem bestimmten Berufsfeld. Für die Zulassung wird in der Regel ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) vorausgesetzt. Die Bildungsgänge HF sind breiter und generalistischer ausgerichtet als die eidgenössischen Prüfungen. Sie finden in einem schulischen Rahmen statt. Zudem ist die gesamte Ausbildungsdauer sowie das abschliessende Qualifikationsverfahren reglementiert. Die Bildungsgänge HF basieren auf Rahmenlehrplänen, die von den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) zusammen mit den Bildungsanbietern erarbeitet und erlassen werden. Insgesamt gibt es rund 550 eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge, die auf 56 unterschiedlichen Rahmenlehrplänen basieren. Die Bildungsgänge können entweder berufsbegleitend oder als Vollzeitstudium besucht werden. Sie werden von über 170 verschiedenen privaten und öffentlichen Bildungsinstitutionen angeboten. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen eines Bildungsgangs HF erhalten ein von der höheren Fachschule ausgestelltes Diplom und sind berechtigt, den entsprechenden geschützten Titel zu führen (z. B. «dipl. Holztechnikerin HF» oder «dipl. Betriebswirtschafter HF»).