Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/8: Umsetzung der Änderung vom 1. Oktober 2021 des EnG auf Verordnungsstufe und weitere Änderungen der Energieverordnung, der Energieeffizienzverordnung, der Energieförderungsverordnung und der Stromversorgungsverordnung mit Inkrafttreten Anfang 2023 · 31 Seiten
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Erläuternder Bericht zur
Revision der Energieförderungsverordnung
2.1.1.2 Auktionen für die hohe EIV für PV-Anlagen ab 150 kW Leistung
Zur Festlegung der Höhe der «hohen» EIV für Anlagen ab einer Leistung von 150 kW kann der
Bundesrat ein Auktionsverfahren vorsehen (Art. 25a EnG). Von dieser Möglichkeit macht der
Bundesrat Gebrauch. Er will damit insbesondere die vorgängig beschriebenen Potenziale für die Steigerung des Photovoltaikzubaus ausschöpfen sowie eine hohe Fördereffizienz sicherstellen.
Zudem sollen die Auktionen so ausgestaltet sein, dass sie den teilweise sehr unterschiedlichen
Förderbedarf der Projekte berücksichtigen. Wie eine im Auftrag des BFE erstellte Studie1 aus dem Jahr 2019 zeigt, kann der Förderbedarf stark variieren, je nach den jeweiligen Investitionskosten sowie den durch den Stromverkauf erzielbaren Erlösen. Diesen Differenzen wird im Auktionsverfahren begegnet, indem die Projektanten ihren konkreten Förderbedarf in Franken pro Kilowatt (kW)
anbieten, so dass aus ihrer Sicht ein rentabler Betrieb gesichert ist. Im Falle eines Zuschlages erhält der Projektant den angebotenen «Preis» pro kW Leistung zugesichert («Pay as bid»), zumindest solange das ensprechende Angebot zu den günstigsten zählt.
Um das Zubaupotenzial auszuschöpfen und eine hohe Fördereffizienz zu erreichen strebt der
Bundesrat bei der Durchführung der Auktionen einen gut funktionierenden Wettbewerb an. Dies bedingt, dass Gebote für möglichst viele seriöse Projekte pro Auktionsrunde eingereicht werden. Um dies zu erreichen werden die Rahmenbedingungen für die Teilnahme an den Auktionen so einfach wie möglich gestaltet und der Preis pro kW Leistung wird als einziges Zuschlagskriterium vorgesehen.
Weiter werden der Vollzug der Auktionen sowie die Gebotsabgabe möglichst ähnlich wie die Prozesse bei der EIV für grosse Anlagen (GREIV) gehandhabt.
2.1.1.3 Hohe EIV für PV-Anlagen unter 150 kW Leistung
PV-Anlagen mit einer Leistung von mindestens 2 kW und weniger als 150 kW, die die gesamte produzierte Elektrizität einspeisen, erhalten neu eine «hohe» EIV in Höhe von 450 Franken pro kW. Gemessen an den Investitionskosten für eine Referenzanlage von 149 kW Leistung beträgt der Förderanteil somit etwa 40 Prozent, für kleinere Anlagen tendenziell weniger. Die Unterschreitung der 60 Prozent lässt sich wie folgt begründen:
- PV-Anlagen ohne Eigenverbrauch mit Leistungen im Segment unter 150 kW weisen im Vergleich zu Anlagen mit Eigenverbrauch sowie grösseren PV-Anlagen ohne Eigenverbrauch den höchsten Förderbedarf auf. Zum einen sind diese Anlagen teurer als grössere Anlagen ohne Eigenverbrauch und zum andern können sie nicht von den Vorteilen des Eigenverbrauchs profitieren. Das bedeutet, dass diese Anlagen einer höheren Förderung bedürften. Aufgrund der beschränkten Fördermittel für die Photovoltaik und der angestrebten grösstmöglichen Fördereffizienz soll diese Kategorie aber mit Zurückhaltung finanziell unterstützt werden.
- Anlagen unter 150 kW werden eher auf Dächern realisiert, bei denen Eigenverbrauch möglich ist, womit sie häufig auch mit der bisherigen EIV rentabel betrieben werden können.
- Der Zubau im Segment der Anlagen unter 150 kW erfährt gemäss der Anmeldestatistik für die EIV für kleine Anlagen (KLEIV) seit einigen Jahren ein starkes Wachstum, weshalb eine zusätzliche und höhere Förderung dieser kleineren Anlagen ohne Eigenverbrauch aus Effizienzgründen nicht angemessen erscheint.
- Die Förderhöhe von 450 Franken pro kW Leistung ist zudem so angelegt, dass für die günstigsten Anlagen in diesem Segment ein wirtschaftlicher Betrieb ohne Eigenverbrauch möglich ist. Das gilt besonders für die grösseren Anlagen in diesem Segment.
1 Frontier Economics und Energie Zukunft Schweiz (2019), Auktionen für Photovoltaikanlagen, abrufbar unter www.bfe.admin.ch > News und Medien > Publikationen