Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/107: Genehmigung der Weiterführung des Abkommens über die Freizügigkeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits · 33 Seiten

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Berufliche Tätigkeit der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Hauptbe-

rufskategorien (ISCO) und Nationalitäten, zwischen 2003 und 2007 (im zweiten Quartal jeden Jahres) beobachtete Veränderungen

Relative Verände-Absolute Veränderung in 1’000 rung

CH/ EU-15/

Drittstaaten EFTA Total Total

Führungskräfte 9 6 15 6.2 %

Akademische Berufe 54 24 78 11.8 %

Techniker und gleichrangige BErufe 60 10 70 8.6 %

Bürokräfte, kaufmännische Angestellte-58 -3 -61 -11.5 %

Dienstleistungs- und Verkaufsberufe9 6 15 2.8 %

Fachkräfte in der Landwirtschaft -3 3 0 -0.2 %

Handwerks- und verwandte Berufe 33 -4 30 5.1 %

Anlagen- u. Maschinenbediener 3 (1) 4 1.9 %

Hilfsarbeitskräfte 7 (1) 8 3.4 %

Total arbeitstätige Personen* 114 45 159 4.0 %

* Einschliesslich arbeitstätige Personen ohne Angabe zu ihrem Beruf. Die Werte in Klammern sind statistisch nicht gewährleistet.

Quelle: BFS (SAKE)

Die Tatsache, dass die aus der EU-15/EFTA eingewanderten Arbeitnehmer vor allem die einheimische Arbeitskraft ergänzen in den Bereichen, in denen die Beschäftigung von Schweizern ebenfalls zugenommen hat, zeigt, dass die einheimischen Arbeitskräfte nicht ausreichen, um diese Arbeitsplätze zu besetzen. Dieser Aspekt widerlegt die Befürchtungen, dass Einwanderer aus der EU-15/EFTA einheimische Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt verdrängen. Hingegen hat sich die Annahme, die erwartet, dass die Arbeitskräfte aus der EU-15/EFTA dazu beitragen, den chronischen Mangel an qualifiziertem Personal zu decken, bestätigt.

2.4.2 Arbeitslosigkeit

Seit Inkrafttreten des Abkommens konnte kein spürbares Zeichen für einen allfälligen Einfluss des FZA auf die Arbeitslosigkeit festgestellt werden. Die Arbeitslosenquoten der Schweizer, Staatsangehöriger der EU-15 und von Drittstaaten haben sich weitgehend proportional entwickelt. Dies zeigte sich insbesondere in der aktuellen Wachstumsphase: Zwischen Oktober 2005 und Oktober 2007 haben ihre entsprechenden Arbeitslosenquoten um

31 % (Schweizer), 25 % (EU-15)31 und 27 % (Drittstaaten) abgenommen. Im Zeitraum 2000-2006 war die Arbeitslosenquote der Staatsangehörigen aus der EU-15 bzw. von Drittstaaten um den Faktor 1,7 bzw. 3,7 höher als jene der Schweizer. Diese Zahlen zeigen, dass die Schweizer weniger von Arbeitslosigkeit bedroht sind als Ausländer und dass die Staatsangehörigen der EU-15 besser im Arbeitsmarkt integriert sind als die Staatsangehörigen von Drittstaaten.

In den Branchen, die nach Inkrafttreten des Abkommens eine starke Zunahme der Einwanderung verzeichneten, wies die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen aber auch keine Überraschungen auf. Unter den betroffenen Bereichen sind zu nennen die Landwirtschaft, die Baubranche, die Hotellerie, die Immobilienbranche, der Beratungssektor, die Informatik, Forschung und Entwicklung, Bildung und die Kategorie der anderen Dienste. Nur die Hotellerie verzeichnete im Verlauf des zweiten und dritten Jahres der Anwendung des FZA eine etwas höhere Arbeitslosenquote als die, welche ganz allgemein die Arbeitswelt betraf. Von Juni 2002 bis Dezember 2006 war die durchschnittliche Quote in der Hotellerie 2,6-mal höher als

31 Die Abnahme der Arbeitslosenquote von Staatsangehörigen aus der EU-15 wird in der offiziellen Statistik etwas zu niedrig eingeschätzt, da der Zunahme der aktiven Bevölkerung nicht Rechnung getragen wird.