Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2009/96: Bundesgesetz über das Messwesen · 36 Seiten

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In der Produktgruppe 3 „Industrielle Metrologie“ werden international abgestützte und anerkannte Messwerte an die Kundschaft weitergegeben. Die Industrie ist für ihre Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung sowie für den grenzüberschreitenden Warenverkehr auf Messwerte angewiesen, die über international abgesicherte Referenzmasse bis auf das internationale Einheitensystem rückverfolgbar sind. Die Tätigkeit des METAS ist dabei darauf ausgerichtet, dafür zu sorgen, dass die notwendige Infrastruktur für das Messen, Prüfen und Zertifizieren der Schweizer Wirtschaft und Forschung für Entwicklung, Produktion, Prüfungen und Dienstleistungen so zur Verfügung steht, wie dies für sie aus wissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftlichen Gründen und zur Sicherung der Qualität erforderlich ist.

Die hochstehende metrologische Infrastruktur und das umfangreiche Expertenwissen des METAS werden der Wirtschaft für Sonderprüfungen und in Form von Beratung, Schulung und Mitarbeit bei der Normenentwicklung zur Verfügung gestellt (Wissenstransfer, Innovationsunterstützung).

1.1.3 Internationales Umfeld / Situation in andern Ländern

Internationale Zusammenarbeit ist in der Metrologie nicht nur wichtig, sondern Voraussetzung für einheitliche Masse und weltweit anerkannte und vergleichbare Messresultate. So ist es kein Zufall, dass der erste wissenschaftlich-technische Staatsvertrag die Metrologie betrifft: Vertrag vom 20. Mai 18754 betreffend die Errichtung eines internationalen Mass- und Gewichtsbüros (Meterkonvention). Zweck der Meterkonvention, zu dessen Gründerstaaten die Schweiz gehört, ist die internationale Vereinheitlichung der Masseinheiten und Messsysteme. Weltweit soll die Einheitlichkeit der Messungen und deren Rückverfolgbarkeit auf das internationale Einheitensystem (SI) gewährleistet sein. Zentral sind vor allem auch die gegenseitige Anerkennung der nationalen Normale (Referenzmasse) sowie der Messmöglichkeiten und Zertifikate der nationalen Metrologieinstitute.

Die konkrete Zusammenarbeit der nationalen Metrologieinstitute findet vor allem auf kontinentaler Ebene statt. 1987 haben sich die europäischen nationalen Metrologieinstitute mit Beteiligung von METAS zusammengeschlossen zur European Collaboration in Measurement Standards (EUROMET; heute: EURAMET). EUROMET hat technische Komitees für die verschiedenen Messgrössen betrieben und Messvergleiche, die der Überprüfung der Messmöglichkeiten der nationalen Metrologieinstitute dienen, durchgeführt. In jüngerer Zeit sehen sich das METAS und vergleichbare nationale Metrologieinstitute in Europa vermehrt mit der Schwierigkeit konfrontiert, in neuen Gebieten wie Nano- oder Biotechnologie die notwendige kritische Masse für die Erarbeitung der metrologischen Grundlagen zu erreichen. Zudem entstehen zunehmend Ansprüche aus Gebieten wie Chemie, Medizin, Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz, die zwar nicht neu sind, wo aber die Metrologie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Schliesslich gilt es, die Wirtschaft zu unterstützen, die sich im rasch wandelnden Umfeld manchen metrologischen Herausforderungen gegenüber sieht. Um den zunehmenden Bedarf an Forschung und Entwicklung für die metrologische Infrastruktur (Erforschung und Bereitstellung der metrologischen Grundlagen) abzudecken, wirkten die in EUROMET zusammenarbeitenden Metrologieinstitute auf die Einrichtung eines gemeinsamen Europäischen Metrologie-Forschungs- und Entwicklungsprogramms hin. Damit EUROMET auch als Trägerorganisation für ein mit Drittmitteln finanziertes Forschungsprogramm dienen kann, musste die Vereinigung in eine Organisation mit eigener Rechtspersönlichkeit und verbindlich geregelten Organen übergeführt werden. Dies geschah im Januar 2007 mit der Gründung der European Association of National Metrology Institutes

4 SR 0.941.291