Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/16: Änderung der Verordnung des WBF über die Pflichtlagerhaltung von Nahrungs- und Futtermitteln · 39 Seiten
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Abbildung 4: Ausgewählte Grundnahrungsmittelkategorien
Kategorie Grundnahrungsmittel Beitrag zur Gesamtenergie-
versorgung17 Getreide und Kartoffeln 23 % Speiseöle/-fette 14 % Milcherzeugnisse (inkl. Butter) 19 %
Zucker 14 %
Fleisch 10 % Früchte und Gemüse 6 %
Die Nahrungsmittel wurden dann hinsichtlich ihrer Importabhängigkeit, ihrer Substituierbarkeit und einer sinnvollen Differenzierung der bevorrateten Güter auf Basis des ausgewählten Berechnungsmodells bewertet.
Um zu quantifizieren, was das Nahrungsmittel zum spezifischen Ziel der Kompensation des Importausfalls beiträgt, wurde der aktuelle Selbstversorgungsgrad verwendet. Für Nahrungsmittel tierischer Herkunft wird der Netto-Selbstversorgungsgrad betrachtet. Dieser schliesst den Anteil an tierischen Nahrungsmitteln, der ohne importierte Futtermittel im Inland produziert werden kann, ein.18
Die meisten Grundnahrungsmittel weisen ernährungsphysiologisch ähnliche Eigenschaften auf, so dass sie ohne ernährungsphysiologisch relevante Auswirkungen über einen gewissen Zeitraum substituiert werden können. Gleichwohl gibt es auch Grundnahrungsmittelkategorien, bei denen dies nicht der Fall ist. So lassen sich beispielsweise Speiseöle/-fette nicht über längere Zeit vollständig ersetzen, da sonst essenzielle Makro- und Mikronährstoffe fehlen würden. Geprüft wurden deshalb Restriktionen für eine mögliche Substitution verschiedener Nahrungsmittelkategorien untereinander.
Bei der Betrachtung der Substituierbarkeit stehen ernährungsphysiologische Überlegungen im Vordergrund. Da eine starke Konzentration auf wenige Produkte verschiedene Probleme mit sich bringt (zum Beispiel Umschlagshäufigkeit, Finanzierbarkeit, Marktakzeptanz im Krisenfall), ist jedoch neben der Substitution auch der Bedarf einer minimalen Differenzierung der Pflichtlager zu beachten.
Die verfügbaren Nahrungsmittel aus Pflichtlagern müssen während einer schweren Mangellage die inländische Produktion19 während mindestens zwölf Monaten ergänzen.
Dabei erfolgt der Abbau in den ersten drei Monaten schneller als dies danach der Fall ist, unter anderem weil zu Beginn der schweren Mangellage in der Land- und
17 Aus «Statistische Erhebung und Schätzungen Ernährung», Agristat, 2017, als Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2016
18 Dafür wurde der Selbstversorgungsgrad von tierischen Produkten für den durchschnittlichen (Ø 2012-2016) Netto-Selbstversorgungsgrad aller tierischen Produkte berechnet, https://www.agrarbericht.ch/de/markt/marktentwicklungen/selbstversorgungsgrad, 17.11.17
19 Referenz: Ø 2012 - 2016