Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2020/30: Teilrevision des Postorganisationsgesetzes (POG) · 37 Seiten

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len Zahlungsverkehrs und insbesondere die Substitution der klassischen Bareinzahlung am Schalter zurückzuführen. Der Rückgang betrifft sowohl die Anzahl der getätigten Transaktionen als auch das gesamte Transaktionsvolumen. Diese Entwicklungen widerspiegeln die zunehmende Verschiebung vom papierbasierten hin zum elektronischen Zahlungsverkehr. Es ist zu erwarten, dass sich die elektronische Substitution in den nächsten Jahren noch verstärken und damit auch die Bedeutung der Barzahlungsdienstleistungen tendenziell abnehmen wird.

Bedeutung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz

Das Wirtschaftsforschungsinstitut BAKBASEL führte 2016 im Auftrag des

BAKOM eine Studie durch, welche einen Überblick über die Entwicklung des Schweizer Zahlungsverkehrs seit 2000 und die Nutzung der verschiedenen Dienstleistungen und Zahlungsmittel gibt20. Die Studie zeigt auf, wie sich der Zahlungsverkehr seit 2000 entwickelt hat und welche Bedeutung PostFinance zukommt. Sie kommt zum Schluss, dass PostFinance eine zentrale Stellung im Schweizer Zahlungsverkehr einnimmt und in den nächsten Jahren auch behalten wird. Die Bedeutung von PostFinance ist nebst dem breiten Angebot insbesondere auch auf deren hohe Kundenzahl und das dichte Filialnetz sowie die wahrgenommene Sicherheit als bundesnahes Unternehmen zurückzuführen.

Einen grossen Einfluss auf das Nutzungsverhalten der Bevölkerung im Zahlungsverkehr und auf die Entwicklung der einzelnen Dienstleistungen hat die Digitalisierung. Technische Errungenschaften wie das Internet fördern die Verwendung von bargeldlosen Zahlungsmitteln (E-Banking, Onlinehandel). Dies zeigt sich insbesondere daran, dass die bargeldlosen Überweisungen im Zeitraum von 2014 bis 2018 zugenommen haben, während die Einzahlungen in Poststellen und am Automaten tendenziell rückläufig sind. Der Trend zu bargeldlosen Transaktion ist gemäss der Studie nicht nur bei PostFinance festzustellen, sondern hat generell stark zugenommen. So hat sich beispielsweise die Gesamtzahl der Transaktionen, die mittels bargeldloser Zahlungsmittel abgewickelt wurde, zwischen 2001 und 2014 mehr als verdoppelt. Am Verkaufspunkt spielen Debitkarten eine wichtige Rolle. Noch verstärkt an Bedeutung gewinnen dürften in Zukunft auch die kontaktlosen Kartenzahlungen und neue Bezahlformen via Zahlungs-Apps (z.B. Twint). Damit sinkt auch der Bedarf an physischen Kontaktstellen und dabei insbesondere an bedienten Schalter.

Trotz der rückläufigen Transaktionen in Bargeld kommt diesem im schweizerischen Zahlungsverkehr immer noch eine relativ hohe Bedeutung zu. Zu diesem Schluss kommt die im Herbst 2017 durchgeführte Zahlungsmittelumfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB)21. Die Umfrage zeigt insbesondere auf, dass die durch die privaten Haushalte verwendeten Zahlungsmittel sehr vielfältig sind und das Nebeneinander von Bargeld und bargeldlosen Zahlungsmitteln gut funktioniert. Die Wahl und Präferenz des Zahlungsmittels wird insbesondere von Faktoren wie Zahlungsbetrag, Einfachheit des Zahlungsvorgangs, Zahlungsort (z.B. Tankstelle, Internet) sowie soziodemografischen Merkmalen beeinflusst. Insgesamt deuten die Ergebnisse der Studie auf eine hohe Zufriedenheit mit der aktuellen Situation hin. Es

20 Analyse des Schweizer Zahlungsverkehrs, BAKBASEL, 2016. Kann abgerufen werden unter: www.bakom.admin.ch > Post und Presseförderung > Evaluation (Stand: 17.12.2019).

21 Zahlungsmittelumfrage 2017, Umfrage zum Zahlungsverhalten und zur Bargeldnutzung in der Schweiz, Schweizerische Nationalbank, 2018. Kann abgerufen werden unter: www.snb.ch > Zahlungsverkehr > Wissenswertes > Zahlungsmittelumfrage (Stand: 17.12.2019).