Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/3: Änderung der Verordnung über die amtliche Vermessung sowie technische Ausführungsverordnungen · 38 Seiten

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1 Einleitung

1.1 Ausgangslage

Die Verordnung über die amtliche Vermessung (VAV) vom 18. November 19921 und die sie im Detail ausführende Technische Verordnung des VBS über die amtliche Vermessung (TVAV) vom 10. Juni 19942 entstanden 1992 bzw. 1994 im Rahmen der Totalrevision des Rechts zur amtlichen

Vermessung im Hinblick auf die Einführung des Standards AV93 (Amtliche Vermessung 1993). Das damalige Revisionsprojekt beinhaltete insbesondere ein neues Datenmodell für die amtliche

Vermessung. Das Verordnungsrecht stützte sich damals auf die eher rudimentären Rechtsgrundlagen der amtlichen Vermessung im Zivilgesetzbuch (ZGB)3 ab.

Im Rahmen der Totalrevision des Geoinformationsrechts, d.h. im Nachgang zur Schaffung des Bundesgesetz über Geoinformation (Geoinformationsgesetzes, GeoIG) vom 5. Oktober 20074 wurden VAV und TVAV nur einer Teilrevision unterzogen, da sich das Verordnungsrecht zur amtlichen Vermessung in der Praxis grundsätzlich bewährt hatte und verhältnismässig wenige Änderungen notwendig waren. Seit dem Inkrafttreten des heutigen Geoinformationsrechts des Bundes am 1. Juli 2008 bilden VAV und TVAV einen Teil der Ausführungsverordnungen zum Geoinformationsgesetz.

Die VAV beruht auf folgenden Delegationsnormen in Gesetzen, welche die Kompetenz zur

Rechtsetzung an den Bundesrat delegieren:

- Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG)5: Artikel 48a Absatz 1

- Schlusstitel ZGB: Artikel 38 Absatz 1

- Geoinformationsgesetz: Artikel 5 Absatz 2, 6 Absatz 1, 7, 9 Absatz 2, 12 Absatz 2, 14 Absatz 2,

29 Absatz 3, 31 Absatz 3, 32 Absatz 2, 33 Absatz 3 und 46 Absatz 4

Die TVAV als technische Ausführungsverordnung des VBS zur VAV beruht auf folgenden

Delegationsnormen in Gesetzen, welche die Kompetenz zur Rechtsetzung an den Bundesrat

delegieren und anschliessend den betreffenden Subdelegationsnormen im Verordnungsrecht des Bundesrats:

- RVOG: Artikel 48a Absatz. 1

- Schlusstitel ZGB: Artikel 38 Absatz 1

- Geoinformationsgesetz: Artikel 5 Absatz 2, 6 Absatz 1, 7, 9 Absatz 2, 12 Absatz 2, 14 Absatz 2,

29 Absatz 3, 31 Absatz 3, 32 Absatz 2, 33 Absatz 3 und 46 Absatz 4

- VAV: Artikel 3 Absatz 3, 6a, 26 Absatz 2, 31 Absatz 2, 37 Absatz 3, 51 Absatz 3 und 56 Absatz 4

1.2 Anlass für die Teilrevision

Die Teilrevision der VAV und die gleichzeitige Totalrevision der TVAV und der technischen

Verordnung des EJPD und des VBS über das Grundbuch (TGBV)6 haben ihren hauptsächlichen Grund in der geplanten Einführung des neuen Datenmodells der amtlichen Vermessung DM.flex7. Diese erfordert zwingend eine Anpassung von VAV, TVAV und TGBV, da das heutige Datenmodell auf Verordnungsebene verankert ist. Das Geodatenmodell der amtlichen Vermessung soll neu in gleicher Weise geregelt werden wie die Geodatenmodelle aller anderen Geobasisdaten des

Bundesrechts.

Ein weiterer wichtiger Anlass der Revision der VAV ist die Änderung von Artikel 38

Geoinformationsgesetz, mit welcher die Verordnung der Bundesversammlung über die Finanzierung der amtlichen Vermessung (FVAV) vom 6. Oktober 20068 aufgehoben und die Finanzierung der

1 SR 211.432.2.

2 SR 211.432.21.

3 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907, SR 210.

4 SR 510.62.

5 Vom 21. März 1997, SR 172.010.

6 Vom 28. Dezember 2012, SR 211.432.11.

7 Vgl. dazu Dokumentationen auf der Web-Seite der amtlichen Vermessung: www.cadastre.ch/av  Methoden und Datenmodelle  Neues Datenmodell DM.flex; vgl. auch CHRISTOPH KÄSER, Datenmodell DM.flex – Wechsel in der Programmleitung und Stand der Arbeiten, cadastre Nº33, August 2020, S. 4 f.

8 SR 211.432.27. Teilrevision der Verordnung über die amtliche Vermessung 5/38