Bericht zur Erfüllung der beiden Postulate Fluri (05.3247) und Lauri (05.3363) in Zusammenhang mit der Pensionskasse der ASCOOP
Vernehmlassung 2007/115: Bericht zur Sanierung der Pensionskasse SBB · 38 Seiten
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2.2.2 Ursachen der Unterdeckung (1995-2004)3
Die heutige Unterdeckung ist auf zwei hauptsächliche Ursachen zurückzuführen. Der eine Grund besteht darin, dass Leistungen ausgerichtet wurden, welche versicherungstechnisch nicht korrekt finanziert waren. Der zweite Grund liegt darin, dass die Anlageerträge nicht für die Verzinsung der Deckungskapitalien ausreichten.
2.2.2.1 Nicht finanzierte Leistungen
Rund 40 Prozent der Unterdeckung von 663 Millionen per 31. Dezember 2004 ist darauf zurückzuführen, dass die Pensionskasse ASCOOP in den Jahren 1995-2004 im Umfang von 260 Millionen nicht oder nicht genügend finanzierte Leistungen ausrichtete. Dies bedeutet, dass Leistungen ausgerichtet wurden, die nicht durch entsprechende, versicherungsmathematisch korrekt berechnete Beiträge und Deckungskapitalien finanziert waren. Im Durchschnitt hätten dafür pro Jahr über 7 Beitragsprozente zusätzlich erhoben werden müssen, was einem zusätzlichen jährlichen Vermögensertrag von 1.4 Prozent entsprochen hätte.
Die nicht finanzierten Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Tabelle 2: Nicht finanzierte Leistungen 1995 bis 2004 Kategorie Kosten kumuliert in Millionen
Leistungen bei vorzeitigen Pensionierungen -14
Leistungen bei Berufsinvalidität -57
AHV-Überbrückungsrenten -4
Nachzahlungen bei Lohnerhöhungen -30
Teuerungsanpassung der laufenden Renten -56
Rückstellungen für die zunehmende Lebenserwartung -99
Total nicht korrekt finanzierte Leistungen -260
Das Verhalten der ASCOOP in Bezug auf die nicht finanzierten Leistungen lässt sich damit erklären, dass die Renditen auf dem Vermögen in den Jahren 1995-1999 stark positiv waren, sodass eine Entnahme für nicht korrekt finanzierte Leistungen respektive eine entsprechende Vergrösserung der Deckungslücke durch die zusätzlichen Leistungen problemlos möglich erschien. Versicherungstechnisch ist dies freilich nicht korrekt: Die langfristig erwartete Vermögensrendite widerspiegelt sich im technischen Zinssatz; sie entspricht einem langfristigen Mittel aus unterschiedlich guten beziehungsweise schlechten Jahren. Somit sollten Erträge auch unter dem kurzfristigen Eindruck hoher Renditen nicht für andere Zwecke als für die Verzinsung des Deckungskapitals verwendet werden.
3 Zahlenanalysen gemäss ABCON: „ASCOOP – Analyse der nicht finanzierten Vorsorgeleistungen 1995-2004“, 24. November 2005, basierend auf dem Abschluss per 31. Dezember 2004 (Unterdeckung 663 Mio. CHF, Deckungsgrad von 76.5 Prozent, technischer Zinssatz 4.5 Prozent).