Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2010/146: 09.499 Pa.Iv. UREK-NR. Agrotreibstoffe. Indirekte Auswirkungen berücksichtigen · 39 Seiten

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Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie (Sustainability criteria for bioenergy, ISO-Norm)

Unter der Leitung des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und der Associação Brasileira de Normas Técnicas (ABNT) wurde auf internationaler Ebene ein Normierungsprozess initiiert. Dieser beinhaltet die Standardisierung im Bereich von Nachhaltigkeitskriterien bei der Herstellung und der Anwendung von Bioenergie. Ziel ist die Schaffung einer internationalen privatrechtlichen Norm der Internationalen Organisation für Normung (International Organization for Standardization, ISO).

Die Norm soll die folgenden Aspekte abdecken: Begriffsdefinitionen, Klima (Treibhausgase), Umweltaspekte (einschliesslich Biodiversität), soziale Aspekte, wirtschaftliche Aspekte sowie Überprüfung und Auditierung. Eine Arbeitsgruppe soll den Einbezug von indirekten Auswirkungen8 kritisch evaluieren und darüber Bericht erstatten. Das Normierungskomitee wird aufgrund dieses Berichts über die Berücksichtigung von indirekten Auswirkungen im Rahmen der zu schaffenden Norm entscheiden. Es ist vorgesehen, dass die Norm zum Aspekt der Rückverfolgbarkeit Kriterien definieren wird.

Globale Partnerschaft für Bioenergie (Global Bioenergy Partnership, GBEP)

Gegründet im Jahre 2006, ist GBEP eine Initiative der G8-Staaten9, die als Forum zum Informationsaustausch über Bioenergie dient. Die Aktivitäten der GBEP basieren auf drei strategischen Pfeilern: Energie- und Ernährungssicherheit, nachhaltige Entwicklung und Klimaänderung. Unter anderem hat die GBEP sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie zu definieren und Indikatoren zu bestimmen. Die Arbeiten werden durch die Ernährungs- und Landwirtschaftorganisation der Vereinten Nationen (FAO) koordiniert und hauptsächlich von Italien finanziert.

GBEP erarbeitet in einem Konsensfindungs-Verfahren einen Standard, der sich aus Berechnungsgrundlagen für die Treibhausgasemissionen sowie Kriterien und Indikatoren zur Förderung einer nachhaltigen Bioenergie-Produktion zusammensetzt.

Summe sämtlicher Lieferungen, die dem Gemisch entnommen werden, muss dieselben Nachhaltigkeitseigenschaften in denselben Mengen haben, wie die Summe sämtlicher Lieferungen, die dem Gemisch zugefügt werden.

8 Indirekte Auswirkungen beinhalten insbesondere folgende Aspekte: Gefährdung der Ernährungssicherheit, indirekte Landnutzungsänderungen (z.B. Rodung von Wäldern, um zusätzliches Agrar- oder Weideland zu gewinnen) und Vertreibung der lokalen Bevölkerung.

9 Die Gruppe der Acht (G8) fasst die größten Industrienationen der Welt zusammen: Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan, das Vereinigte Königreich, Kanada, Frankreich, Italien und Russland. Sie bezeichnet sich selbst als ein «Abstimmungsforum», das Fragen der Weltwirtschaft im Konsens erörtert.