Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2014/17: Drei neue Verordnungen des BLV im Bereich Tierschutz · 35 Seiten
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Auch Hundezuchtverbände fordern eine Präzisierung, die berücksichtigt, dass die Nachkommen von Tiger- oder Overoschecken in Abhängigkeit der Verpaarung unter Problemen leiden könnten (ARECR, CRC, StF, IGa, NAs, IBe, SPe, GTh). Der ApHCS fordert, dass die Anpaarung eines homozygoten und eines heterozygoten Pferdes sowie die Anpaarung von zwei heterozygoten Pferden für LP weiterhin möglich bleiben sollen. Es solle präzisiert werden, ab welchem Wahrscheinlichkeitsgrad, dass aus der Anpaarung ein LP-homozygotes Pferd resultiere, die Anpaarung von vornherein verboten wäre (ApHCS).
Gemäss SVPS gehen die Absichten zu weit, z. B. betreffend die Fellfarbe Tigerscheckung und gewissen Farbaufhellungen (z. B. dun). Diese existierten sehr wahrscheinlich schon vor der Domestikation. Nach SSSC sei Merle für das Tier per se in keiner Weise gesundheitsgefährdend. DFR räumt ein, dass es bei Hunden gewisse Formen der Tigerscheckung gibt, die mit Taubheit oder Sehschäden verbunden sein können (Dalmatiner).
Ziffer 9 Overoscheckung beim Pferd
Was bei einer Tierart und Rasse ein Problem sein könne, sei bei anderen Tierarten und Rassen nicht im Geringsten ein Problem. Es sei bekannt, dass bei Weissgeborenen (Overoschecken, homozygot) schwere Probleme auftreten können (SWH).
Ziffern 10 Weissgeborene und 11 Farbaufhellungen, Farbverblassung
Das Merkmal “Weissgeborene” müsse je nach Tierart unterschiedlich eingestuft werden. Bei Pferden gebe es mehrere dominant vererbte Formen von Weissgeborenen, die nicht miteinander verpaart werden sollten, weil homozygote Embryonen während der Entwicklung absterben würden. Hingegen gebe es viele “weissgeborene” Hunde, die keine bekannten gravierenden Gesundheitsprobleme aufwiesen (z. B. Weisser Schäferhund, West Highland White Terrier, Dalmatiner, etc.) (WBR).
Uni FR-AWO schlägt vor, Farbaufhellungen und Farbverblassungen in Verbindung mit einem Letalfaktor einzuschränken („Dominant White“ beim Pferd, mit dem Letalfaktor WW). Die Weissgeborenen bei Sabinoscheckung (nicht steuerbar und keine Scheckung per se) seien nicht von den Problemen wie beim Overoschecken befallen. Das gleiche gelte für Farbaufhellung beim Palomino/Falbe (Pferd) (SWH).
Hellere Farbvarianten kämen bei Reptilien häufig vor, bei den meisten Farbvarianten entstünden dadurch aber keine Probleme (pogona, DGHT, SARA). Es gebe sehr viele „weissgeborene“ Zuchtformen bei Fischen, die sowohl als Zierfische oder in der Forschung verwendet werden, ohne eine Beeinträchtigung des Empfinden oder des Sozialverhaltens (UZH-N).
Schlangen sollten ausgenommen werden, denn weissgeborene Schlangen (Leuzistische Tiere) seien unproblematisch. Wenn ein grosser Teil der gehaltenen Schlangen nur noch mit einer Belastungsbeurteilung zur Zucht verwendet werden dürfe, sei dies unverhältnismässig, da sich keine Probleme ergäben. Es gebe Schlangen, namentlich P. regius, die Inzuchtprobleme haben. Dort handle es sich aber um eine Farbveränderung zusammen mit einer Farbmusterveränderung (SDeS).
Farbaufhellungen und Weissgeborene kämen auch unter Wildtieren vor, daher sollen sie von der Liste gestrichen werden (ThA).