Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/49: Bundesgesetz über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung · 38 Seiten
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Erläuternder Bericht zum Vorentwurf des Bundesgesetzes über die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit
und Angehörigenbetreuung
15 bis 64 Jahren stetig an: 2016 lag sie bei Frauen bei 79,5 Prozent und bei Männern bei 88,2 Prozent.14 Um das in der Schweiz vorhandene Arbeitskräftepotenzial ausschöpfen zu können, ist eine noch stärkere Einbindung der Frauen in den Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung. In Zeiten des Fachkräftemangels kann die Wirtschaft nicht darauf verzichten.15
Dabei stellt sich die Problematik der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung auch für Personen, die diese Aufgaben nicht mit einem Partner oder einer Partnerin oder mit anderen Familienangehörigen teilen können. Aus dem Familienbericht 2017 des Bundesrates geht hervor, dass die Alleinlebenden mit 35 Prozent die grösste Gruppe der Haushalte bilden. In Zukunft werden die Einpersonenhaushalte weiter zunehmen. Zudem zeigt dieser Bericht, dass die Formen des familiären Zusammenlebens vielfältiger geworden sind und die Haushalte mit mehreren erwerbstätigen Personen
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finanziell besser abgesichert sind.
1.1.4 Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung
Vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels und im Hinblick auf die Zielerreichung der Wachstumspolitik des Bundesrates ist der Erhalt einer möglichst hohen Erwerbsbeteiligung ein zentraler Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Insbesondere bei gut ausgebildeten Frauen wird ein zusätzlich mobilisierbares Erwerbspotenzial festgestellt. Zudem sollen Investitionen in die Berufsausbildung von Frauen – ebenso wie bei Männern – für den Arbeitsmarkt optimal genutzt werden können. Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung dürfen allerdings keine negativen Nebeneffekte (z.B. Selektionshemmnis bei Anstellungen) hervorrufen, die die Arbeitsmarktchancen der betroffenen Erwerbstätigen beeinträchtigen könnten. Davon betroffen wären mehrheitlich Frauen und ältere Arbeitnehmende.
Im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) erhebt das BFS seit 1997 alle drei bis vier Jahre in einem Zusatzmodul die unbezahlte Arbeit innerhalb und ausserhalb des Haushaltes. Zu diesen Tätigkeiten zählt auch die Unterstützung von pflegebedürftigen erwachsenen Personen. Im Jahr 2016 leisteten in der Schweiz insgesamt rund 300‘000 Personen ab 15 Jahren unbezahlte Arbeit für pflegebedürftige Personen.
Laut den Auswertungen der SAKE durch das BFS aus dem Jahr 2016 leben rund 56‘000 erwerbstätige Personen zwischen 15 und 64 Jahren mit einem erwachsenen, unterstützungsbedürftigen Haushaltsmitglied zusammen. Diejenigen, die Betreuungs- bzw. Pflegeaufgaben ausführen, wenden im Durchschnitt 8,5 Stunden pro Woche dafür auf. Frauen setzen mit 11,2 Stunden pro Woche mehr Zeit ein als Männer mit 6,5 Stunden.17 Rund 127‘000 Erwerbstätige gaben an, in den letzten vier Wochen Betreuungs- oder Pflegeaufgaben für erwachsene Personen in anderen Haushalten ausgeführt zu haben. Im Durchschnitt wenden diese Personen 3,7 Stunden pro Woche dafür auf.
Tabelle 2: Erwerbstätige Angehörige mit Betreuungsaufgaben für pflegebedürftige Personen, in 1000
Erwerbstätige Frauen Erwerbstätige Männer
Im eigenen Haushalt Ausserhalb des Hauses Im eigenen Haushalt Ausserhalb des Hauses
22 78 35* Quelle: Spezialauswertung BFS, 2016/* Wenn nur die erwerbstätigen 15 bis 64 Jahre alten Personen berücksichtigt werden, sind mehr Männer als Frauen in dieser Situation, da mehr Frauen als Männer nicht erwerbstätig sind.
14 <https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erwerbstaetigkeit-arbeitszeit/erwerbspersonen/erwerbsquote.assetdetail.4462906.html> Stand: 13. März 2018.
15 <https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Fachkraefteinitiative.html> Stand: 26. Februar 2018.
16 https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/zukuenftige-entwicklung/haushaltsszenarien.assetdetail.3682859.html. Stand: 13. März 2018.
17 <www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erhebungen/sake-ua.html> Stand: 1. September 2017.